HÖREN
Im Auge des Betrachters ist die Aula eine weitere Verdichtung von Bewegungsströmen. Rechterhand zieht die Fassade des Audimax weit in den Raum. Zentral wird die Fläche begrenzt durch die erneut vom Gebäude abgerückte Hörsaalspange mit ihren drei großen Vortragssälen mit je 180 Sitzplätzen. Links wird man, teils innen, teils außen, entlang der “Hochzeitsstiege” vom Forum aus in das Zentrum des Raumes geführt. Die Sitzstufen zu beiden Seiten der kristallin aufgelösten Glasfront laden zum Verweilen und zur Kommunikation ein. Betritt man die Aula des Hörsaalzentrums über den Haupteingang, so ist, neben der konstanten Temperierung, der spürbarste Unterschied die Filterung des Straßenlärms. Durch die schützende Glasfassade richtet sich der Focus des Besuchers auf die Betriebsamkeit des Gebäudes. Das Haus rückt in den Mittelpunkt des Nutzers. Das Hörsaalzentrum ist wohl, neben der Bibliothek, das öffentlichste der Gebäude am Campus. Es war für uns naheliegend, dass sich die Urbanität des Freiraums, mit seinen Strömen und Verdichtungen, im Gebäude im angepassten Maßstab wiederfindet. Die Entwicklung von Öffentlichkeit und Privatem findet sich jetzt in mehreren Schichtungen übereinander.Täglich werden tausende Personen das Gebäude aufsuchen und wieder verlassen, z.B. um geschäftig mit festen bestimmten Schritten eine Vorlesung zu besuchen, um vielleicht in den Selbststudienzonen in Ruhe zu lernen oder um zur Cafeteria im zweiten Stock über die Flanierstiegen und -brücken zu promenieren und um sich mit Freunden zum Plaudern zu treffen. Nach der Passage ins Innere kann es sein, dass man an den verschiedenen Orten vor den Hörsälen von einer Traube von Personen mit Gemurmel und Herumgeraune empfangen wird, die auf den nächsten Vortrag warten. Vielleicht findet man sich in einer Messeveranstaltung, wo des Nachbars Gespräch zwar noch von Interesse ist, jedoch ein Zuviel an Hintergrundgeräuschen nicht mehr hörenswürdig und somit anstrengend ist. Aber abends, mitten in einem Studentenfest, soll die Musik noch in den letzten Winkel getragen werden.

Arno Reiter, BUSarchitektur

Teaching Center

Generalplanung Architektur

Typologie: 
Bildung, 
Multifunktion
Land: 
Österreich
Ort: 
Wien
Adresse: 
1020, Welthandelsplatz 1
Datum: 
2008 - 2013
Fläche: 
32.484 m2
Bauherr: 
Campus WU GesmbH
Status: 
Realisiert
Sensuous Worlds Campus WU - D1 TC
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