



Sind Sie mit dem Ergebnis zufrieden?
Wir hatten ein Ablaufdatum und das war die Eröffnung am 4. Oktober 2013. Jeder wollte wissen, ob ich über das Ergebnis glücklich bin. Ich habe gesagt, und das glaube ich immer noch, dass ich erst aufatmen kann, wenn dieser Ort der Freiheit – der in einer Stadt erzeugt wurde, wo Kinder nicht auf der Straße spielen dürfen, wo das Fremde eher vermieden wird und sich Ghettos unter Gleichgesinnten bilden – sich wieder der Gesellschaft nähert. Überspitzt formuliert: Snobistische Wirtschaftsstudenten, wunderschöne Marketingtussis, die Praterfauna und die Happelstadiontiere müssten auf einem Fleck zusammenkommen. Ich habe dann einen guten Job gemacht, wenn dieser Ort der Freiheit, wo sich diese unterschiedlichen Zielgruppen treffen, bis fünf Jahre nach der Eröffnung ein Ort der Freiheit bleibt – ohne Grenzen, Zäune oder Zutrittskontrollen. Bisher hat das auch gut funktioniert: Das gesamte Areal wurde zum Tourismusziel. Sogar der Diskonter Hofer bietet schon Architekturreisen zur WU an. Ich glaube, dass der gesamte Campus ein Anziehungspunkt geworden ist. Es gibt plötzlich einen öffentlichen Raum, Gastronomie und den Austausch unter verschiedenen Gesellschaftsschichten und Lebensformen. Wir verzeichnen tagsüber eine Auslastung von 90 Prozent bestehend aus 80 Prozent WU-Bevölkerung und 20 Prozent Nicht-WU Bevölkerung. Abends dreht sich das um: Mit einer fantastischen Auslastung von 80 Prozent Außenstehenden und 20 Prozent WU-lern, die nach ihrem Studium auf dem Campus bleiben. Der Planungsdirektor der Stadt Wien, Thomas Madreiter, meinte, dass ich der Stadt Wien mit meinem Team ein sehr großes Geschenk gemacht hätte. Dass dieses Projekt den Paradigmenwechsel und die Zukunft dieser Stadt verändern wird. Die WU ist ein Wirtschaftsmotor. Und das freut mich.

