Das Museum als wirklicher urbaner Typus für den öffentlichen Raum des XXI. Jahrhunderts wurde in diesem Falle als Zwischenphase der Verbindung verstanden. Hannover ist durch den Krieg und die brutale Verkehrsplanung der Nachkriegszeit unmenschlich, krass und durch zu viel Hektik bestimmt. Die gesuchte Struktur soll den öffentlichen Raum als gehobenen Platz schaffen. Das alte Sprengel Museum ist heute ein introvertierter Raum, eine Stadtmauer, die mit der Stadt über eine künstliche Topografie in Dialog tritt. Das neue Sprengel Museum entwickelt diesen Kontext weiter und bildet eine künstliche Mondlandschaft als urbane Bühne. Es entstehen neue Orte der Begegnung durch die weitläufigen, offenen Treppen, die zum Verweilen einladen. Über diese Kunstlandschaft entwickelt sich das Museum als Beletage, als Flieger. Es ist ein Raum, um die Kunst in Szene zu setzen, eine „offene“ Galerie die sich der jungen Kunst stellt.
Die Ausformung des Körpers sucht das urbane Signal in der Stadt.
Um Kapital und Kultur, Macht und Kunst im neuen Sprengel Museum zu verbinden, bildet die Erweiterung eine Nische in der Ebene der künstlichen Landschaft. Man befindet sich in einem einzigartigen und extremen Ort. Ein Ort der keine bekannten Assoziationen zulässt. Ein Ort als Bühne der Inszenierung, um das Konzept des Mäzens der Kunst kreativ neu erfinden zu lassen.
Der Dialog zwischen Alt und Neu ist auch beim Bewahren der Objekte und beim Einladen der Besucher zum Kunsterlebnis gestaltet. Die Drehscheibe zwischen Bestand und Erweiterung ist im dreidimensionalen Raum zu verstehen: formale Spannungen zwischen Bewegung und Entdeckung strukturieren das Museum. Eigentlich sind die räumlichen Spiele dieses Raumes ein Kontrapunkt zur Ruhe der eigentlichen Ausstellungsflächen, die neutral und abgeschirmt zu multivalenten Konzepten einladen. Die Enfilade ist in diesem Großraum unendlich möglich.

Sprengelmuseum

Kultur in Hannover

Typologie: 
Kultur
Land: 
Deutschland
Ort: 
Hannover
Adresse: 
30169, Kurt-Schwitters-Platz
Datum: 
01 Dezember 2009
Fläche: 
6.290 m2
Bauherr: 
Landeshauptstadt Hannover
Status: 
Wettbewerb
Partner: 

Ewald Pachler

Experte: 

Walter Prause

Auszeichnung: 

Geladener Wettbewerb

Publikation: 
Das Museum als wirklicher urbaner Typus für den öffentlichen Raum des XXI. Jahrhunderts wurde in diesem Falle als Zwischenphase der Verbindung verstanden. Hannover ist durch den Krieg und die brutale Verkehrsplanung der Nachkriegszeit unmenschlich, krass und durch zu viel Hektik... ☛ READ MORE